Social Media: Fünf Hürden für Unternehmen

Zuhören ist nicht immer einfach, aber ohne geht es nicht: Social Media ist am Ende auch nur ein Weg, den Kunden glücklich zu machen, so dass er einen weiterempfiehlt. Also sollten Unternehmen die Ohren aufsperren – und dazu ihre Aktenschränke. Denn nur wer sein Wissen mit dem Kunden teilt und bereit ist, ihm Inhalte zur Verfügung zu stellen, mit denen er für das Unternehmen werben kann, wird im Web 2.0 erfolgreich sein.

Die gute Nachricht: Packen Sie diese Themen in eine Strategie für Ihr Unternehmen, benötigen Sie keine superspezielle Technologie und keine riesigen Ressourcen. Warum also legen Unternehmen im Mitmach-Web oft einen Fehlstart hin? Ich freue mich auf Ihr Feedback zu einigen Ursachen, die ich im Folgenden aufliste:

1. Sie sprechen zu viel über ihre Produkte
Verkaufen Sie Kameras? Dann sprechen Sie im Unternehmens-Blog nicht über die Geräte sondern übers Fotografieren. Zeigen Sie, wie die Kunden mit Ihren Produkten umgehen, wie sie davon profitieren. Stellen Sie Ihre Produkte in einen größeren Zusammenhang, dann wird es Menschen leichter fallen, mit Ihnen zu kommunizieren.

2. Sie hören zu, handeln aber nicht
Sie haben den ersten Schritt getan und ermöglichen Kunden-Feedback auf Ihrer Webseite? Dann müssen Sie mit den Rückmeldungen auch etwas anfangen – denn ignoriert zu werden ist noch schlimmer als wenn einem niemand zuhört. Antworten Sie auf jeden Kommentar, greifen Sie Verbesserungsvorschläge und Wünsche auf. Im Zweifelsfall können Sie auf diese Weise sogar Ihre Produkte verbessern.

3. Sie beteiligen die Mitarbeiter nicht
Social Media ist keine Chefsache. Sie müssen den Mitarbeitern Zugang zur Firmen-Webseite geben, damit sie sich an Diskussionen beteiligen können. Auf welche Art und Weise, können Sie mit einer Social Media Policy regeln. Zudem müssen Mitarbeiter auf soziale Netzwerke zugreifen können – sonst wird es sehr schwer, Ihre Marke im Netz zu verbreiten.

4. Sie halten das Risiko für zu groß
Für ein dauerhaftes Engagement im Web 2.0 sind kleine Schritte notwendig. Die Nachhaltigkeit wird im Fall des Internet durch die Technologie garantiert – kein Inhalt geht verloren. Sie müssen also keine teuren Webpräsenzen errichten, sollten aber umgekehrt auch nicht aus Angst vor Kritik komplett auf Social Media verzichten. Das Risiko verringert sich nicht, wenn Sie es ignorieren – im Gegenteil.

5. Sie haben nicht die passende Unternehmenskultur
Der Kunde sollte immer im Mittelpunkt stehen. Politik, Prozesse, Produkte können nie wichtiger sein als die Menschen, die sich für Ihr Unternehmen interessieren. Mitarbeiter, die sich an ihre Arbeitsplatzbeschreibung klammern anstatt dem Kunden zu helfen, torpedieren die Social-Media-Strategie.

Das sind nur einige Überlegungen zur Verankerung von Social Media im Unternehmen. Was ich deutlich machen wollte: Social Media ist kein Hexenwerk, und die meisten Unternehmen bzw. deren Mitarbeiter haben längst die ersten Schritte gewagt – und sei es nur durch ein Profil auf Xing oder ein Facebook-Konto. Koordinieren Sie diese Aktivitäten, können Sie im Web überraschend schnell erfolgreich sein.

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  1. Nicole Haase sagt:

    Schön auf den Punkt gebracht.
    Das Klammern an die Arbeitsplatzbeschreibung ist weit verbreitet und nur schwerlich zu lockern – oft auch für beide Vertragsseiten.

  2. Dann sollte man nicht nur eine Social-Media-Guideline einführen, sondern gleich auch noch die Arbeitsplatzbeschreibung auf (gewolltes) Social Media Engagement ausweiten.

  3. Danke fürs Feedback. Ich denke, in Zukunft werden Mitarbeiter ohne Online-Erfahrung in vielen Unternehmen ohnehin einen schweren Stand haben – vor allem wenn Sie Kundenkontakt haben sollen.

    Stellt sich nur noch die Frage: Wo lernen sie, verantwortlich und konstruktiv mit Social-Media-Tools umzugehen? Der Bedarf an Beratung und Schulung wird wachsen, auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

  4. [...] Für Unternehmen gibt es beim Thema Social Media fünf Hürden zu überwinden. [...]

  5. [...] habe ich diese nette Grafik gefunden, die den Kernsatz meines gestrigen Eintrags bestätigt: Social Media ist kein Hexenwerk. Der Autor dampft die Definition ein auf vier Schritte, die zu einer erfolgreichen [...]

  6. Tanja sagt:

    @ Gerhard
    “Wo lernen sie, verantwortlich und konstruktiv mit Social-Media-Tools umzugehen?”

    Ich würde sogar sagen: Wo lernen sie, mit Social-Media-Tools *überhaupt* umzugehen? Fehlende Medienkompetenz ist meiner Beobachtung nach ein viel größeres Problem, als man glauben möchte. Und es betrifft keineswegs nur ältere Menschen.

  7. [...] Media: Fünf Hürden für Unternehmen (Link) [...]

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